Terminologie-Datenbank und ihr Nutzen

 

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Vom Kompass im Fremdsprachendschungel: Die Terminologie-Datenbank als Regelbuch für die Anwendung von Synonymen, Abkürzungen oder Fachbegriffen.

Was heisst Terminologie?

WAHRIG (Deutsches Wörterbuch) definiert den Begriff Terminologie als „Gesamtheit der Fachausdrücke (eines Kunst- od. Wissensgebietes)“. Zusammengesetzt wird der Begriff aus dem lateinischen Wort terminus und dem griechischen Wort logos. Terminus bedeutet dabei so viel wie „Grenze, Grenzstein“ und bezeichnet einen „inhaltlich abgegrenzten  Begriff“. Logos steht für „Lehre, Kunde, Wort“. Kurzum: Terminologie bezeichnet die Gesamtheit der Begriffe in einem Fachgebiet (1).

Terminologie-Datenbank: System der Begriffe

In einer Terminologie-Datenbank sind die verschiedenen Fachbegriffe geordnet abgespeichert. Weshalb soll nun aber ein System von Begriffen angelegt werden? Weil „eine zielgerichtete und effizient ablaufende fachsprachliche Kommunikation […] ohne korrekte Terminologie nicht denkbar“ ist (2).

Ein solches Begriffssystem kann beispielsweise gezielt für ein medizinisches Fachgebiet angelegt werden. Für die Nutzung von Terminologie-Datenbanken im Übersetzungsbereich ist es wichtig, dass die Begriffe jeweils zwei- oder mehrsprachig abgespeichert werden. Hinweise über deren korrekte Verwendung sind ebenfalls sehr hilfreich. Denn die Schwierigkeit beim Übersetzen besteht darin, für einen Fachbegriff in der Ausgangssprache den richtigen „terminus technicus“ in der Zielsprache zu finden.

Elektronisch und vernetzt

Glossare oder Fachwörterbücher gehören beinahe schon der Geschichte an, obwohl diese immer noch Verwendung finden. Ersetzt wurden diese traditionellen Arbeitsmittel durch elektronische Systeme. Nicht nur wurde die Verwaltung und Pflege vereinfacht, sondern auch die Möglichkeit geschaffen, diese Systeme unter den Übersetzern auszutauschen. Längst sind diese elektronischen Glossare nicht mehr nur Handwerk der Übersetzer. Unternehmen, die auf dem internationalen Parkett tätig sind, verfügen schon seit einiger Zeit über firmeneigene Terminologie-Datenbanken.

Pflege muss sein

Die Terminologie-Datenbank ist jedoch weit mehr als ein schnell angelegtes System von nützlichen Begriffen. Vielmehr bedarf es einer „gründlichen Terminologiearbeit“ (3). Nebst dem eigentlichen Terminus sind auch Definitionen, Kontextangaben, Belegstellen, Verweise usw. einzuarbeiten (3). Weiter muss die Datenbank immer auf dem neusten Stand gehalten werden, Änderungen der Fachliteratur oder neue Begriffe sind umgehend zu verarbeiten. Das ist nicht nur zeit-, sondern auch kostenintensiv; der Nutzen aber überwiegt.

Von Effizienz zu Zeitersparnis: der Nutzen

Zum einen wird „durch korrekte und sprachlich sowie begrifflich logische Termini […] die terminologische Qualität der Texte erhöht.“ (3) Zum andern lassen sich mittels der Terminologie-Datenbank Konsistenz und Produktivität verbessern. Was wiederum Zeitersparnis und somit Kosteneinsparungen ermöglicht. Übersetzungen, welchen unzureichende Datenbanken zu Grunde liegen, verwenden Fachwörter meist widersprüchlich, was gerade bei medizinischen Texten ungeahnte Folgen haben könnte. Weiter ist die Terminologie-Datenbank auch wichtiger Grundstein für andere Programme im modernen Übersetzungsprozess, beispielsweise für sog. Translation-Memory-Systeme (dazu in einem späteren  Whitepaper mehr).

Fazit: Terminologie-Datenbank als heiliger Gral?

Natürlich sind Terminologie-Datenbanken äusserst nützlich, doch ein heiliger Gral sind sie nicht. Sie sind vielmehr ein Schlüssel zu qualitativ hochstehenden, konzisen und konsistenten Übersetzungen. Für die Übersetzer sind Datenbanken ein grossartiger Know-how-Träger. Dieses Potential sollte von kleineren und mittleren Unternehmen besser genutzt werden. Näheres zur Terminologie erfahren Sie auch beim Deutschen Institut für Terminologie e.V. (http://www.ditev.org/).

 

Liternaturnachweis:

Angelika Lauer (Hrsg.), Übersetzungswissenschaft im Umbruch, Festschrift für Wolfram Wilss zum 70. Geburtstag, Tübingen 1996 (2)

Diana Körper, Terminologie in der Softwarelokalisierung: Probleme und Lösungen, Hamburg 2007 (3)

Renate Wahrig-Burfeind, WAHRIG Deutsches Wörterbuch, 8. Aufl., Gütersloh/München 2006 (1)


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